Licht im Dunkeln: Die Yücel Show und der falsche Humanismus

 

Wem wäre es nicht lieber, wenn man sich mit schönen und positiven Dingen befassen könnte? Wenn dieser alltägliche Wahnsinn sich schlussendlich doch nur als ein ganz böser Alptraum entpuppte, aus dem man nur aufwachen bräuchte? Man würde aufwachen und könnte ein Leben in dieser Seifenblase weiterleben, auf einer Welt mit ganz viel Friede, Freude und Eierkuchen. 
In den vergangenen Tagen konnte man viel über die Freilassung von Dennis Yücel lesen. Schlagzeilen so groß, als wäre endlich die Armut auf der Welt bekämpft worden, als hätte man einen großen Erfolg gegen eine Diktatur errungen, als hätten endlich alle Kriegszustände und das Sterben ein Ende gefunden. So groß, als wäre endlich das Leiden der Tiere, die der Mensch dominiert und bestialisch quält, zu einem Ende gekommen.Ganz im Gegenteil, all diesem war nicht so, auch wenn die Medien die Freilassung von Dennis Yücel glorifiziert und gefeiert haben – während wieder mal vielerlei Ereignisse, die hierzulande stattgefunden haben, keinen Platz in jenen Schmierblättern fanden.
Der deutsch-türkische Journalist und Publizist, Dennis Yücel, wurde aufgrund von kritischen Schriften gegen das Regime unter der Führung von Recep Tayyip Erdogan in der Türkei, bereits vor einem Jahr inhaftiert. Am vergangenen Freitag, dem 16.02.2018, verließ er die Untersuchungshaft und wurde sogar von einem deutschen Regierungsflugzeug zurück in die Bundesrepublik Deutschland, geflogen. Davon hätte der Menschenrechtler, Peter Steudtner, der ebenfalls inhaftiert wurde, nur träumen können. Peter Steudtner hingegen ist mit einem Linienflug, einsam und alleine, zurück nach Berlin geflogen. Auch die Bundeswehrsoldaten, die jüngst auf Mali festsaßen, weil die Bundeswehrmaschine wegen eines Defektes nicht starten konnte, wurden nicht mit einem Regierungsflugzeug abgeholt.Man fragt sich also, wie all das möglich ist, und wer die Freilassung von Dennis Yücel ermöglicht hat. Die türkische Regierung hatte bereits zuvor schon Wünsche für die Verhandlungen um die Freilassung geäußert. So wurden zB. deutsche Panzer gefordert, wobei nach den neusten Erkenntnissen das deutsche Militär demgegenüber geradezu entmilitarisiert und weiterhin auf die EU-Einheitstruppe vorbereitet wird – und schon fraglich ist, ob sich für die Bundeswehr irgendwo Bekleidung finden lässt, die vor Kälte schützt. Vielleicht darf man in Zukunft auch mit weiteren Erdogan-Wahlkampf-Auftritten in deutschen Städten rechnen. Es lässt sich nur mutmaßen, mit welchem Ergebnis die Verhandlungen beendet wurden. Jedenfalls ist Dennis Yücel wieder frei und kann endlich weiterhin ungehemmt seine antideutsche und rassistische Propaganda verbreiten.In der Vergangenheit hat er schließlich bewiesen, dass ihm das sehr gut liegt und so konnte man Sätze lesen wie; „Deutschland sollte zwischen Polen und Frankreich aufgeteilt werden“, „Deutschland sollte man Palästinensern oder anderen Bedürftigen schenken“ oder „Der baldige Abgang der Deutschen ist Völkersterben von seiner schönsten Seite“Festzuhalten bleibt noch, dass nicht nur in der Türkei Menschen mit Repressionen rechnen und um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie sich kritischgegenüber der herrschenden Politik äußern. Auch in diesem unserem Lande gerät man sofort ins Auge des Verfassungsschutzes – ganz gleich, wie verfassungstreu und friedlich man auch ist – oder auch der Antifa. Spricht man gewisse, unbequeme Themen an, dann muss man eben damit rechnen seinen Beruf, die körperliche Unversehrtheit und auch andere Freiheiten zu verlieren. Jegliche Menschenrechte werden einem umgehend abgesprochen und man steht im Fadenkreuz der Behörden, oder ist gewalttätigen Angriffen seitens linksfaschistischer Organisationen ausgesetzt. Da kommt es auch nicht allzu selten vor, dass das eigene Auto angezündet wird. Der Unterschied hingegen ist nur, dass dies in den Medien unerwähnt bleibt und man einfach irgendwie selbst für den Schaden aufkommen oder auf der Intensivstation gesunden muss. Aber es ist gut zu wissen, dass wir von so vielen Humanisten umgeben sind, denen das Menschenrecht so sehr am Herzen liegt – wenn man nicht gerade einmal eine Ausnahme mach
Kein anderes Zitat erscheint mir passender für das Ende dieses Beitrags, als jenes von „Ernst Jünger“
„Die Sklaverei läßt sich bedeutend steigern, indem man ihr den Anschein der Freiheit gewährt.“
Florian aus Wuppertal

 

Bildquelle: Von blu-news.org – Deniz Yücel, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=56737825