Licht im Dunkeln: Die 5te Jahreszeit

 

Die Faschingszeit ist im vollen Gange und wir konnten bereits einige „närrische-Tage“ verleben. Karneval! Eine althergebrachte Tradition im Rheinischen, die bereits im 12. Jahrhundert erste Erwähnung findet. Es ist eine Zeit, in der man vor der am Aschermittwoch beginnenden Fastenzeit ausgiebig feiert. So verkleidet man sich mit den verschiedensten und schrillsten Kostümen, trifft endlich Freunde wieder, die im Alltag so selten geworden sind, weil sie dem beruflichen Tagewerk nachgehen müssen, um über die Runden zu kommen.
Man isst zusammen sehr ausgiebig, trinkt zuviel Alkohol und hat Spaß. Endlich mal von den alltäglichen Problemen abschalten – was in der Politiklandschaft auch gerne mal gewünscht ist – und lauscht den Büttenrednern. Schließlich ist ein guter Bürger derjenige, der seine Steuern zahlt, nichts sagt und sich an solchen Tagen ausgiebig berauscht, sei es mit Alkohol, Sex oder anderen Rauschmitteln. Aldous Huxley erwähnte bereits 1946, in seinem Vorwort zu „The brave new world“, dass je mehr sich politische und wirtschaftliche Freiheiten verringern, die Freiheit des Tagträumens unter dem Einfluss von Rauschmitteln, Kino und Rundfunk, so wie auch die sexuelle Freiheit gefördert werden. So könne der Diktator seine Untertanen mit der Sklaverei, die ihr Los ist, versöhnen.
Auch ist die Karnevalszeit, eine Zeit in der sich mit Büttenreden oder den sogenannten „Narrenschiffen“ während eines Karnevalumzugs, gewisse Themen ansprechen lassen, die im Alltag keine Ansprache finden oder man lieber darüber schweigt, weil man daraus folgende Konsequenzen fürchten muss. Schließlich ist doch alles locker und fröhlich. Es kommt aber nicht all zu selten vor, dass die Medien die vermehrt vorkommenden Straftaten rund um diese Tage bewusst verschweigen oder herunterspielen. Man erfährt also nichts darüber, wieviele Gewaltverbrechen oder sexuelle Übergriffe an friedlebende und feiernde Menschen tatsächlich stattgefunden haben. Schließlich war das doch schon immer so und so kann man es einfach mal „unter den Tisch fallen lassen“. Was zählt da jemand, der ausgeraubt oder zusammengeschlagen wurde? Eine Frau, die vergewaltigt wurde? Oder ein LKA-Beamter, dessen Leben an einer Straßenbahnhaltestelle ausgelöscht wurde, womit seine Hinterbliebenen irgendwie klarkommen müssen?
Ob Helau, Alaaf oder Wuppdika – wir sind uns dieser Zustände bewusst und werden von unserem Recht auf Meinungsfreiheit weiterhin Gebrauch machen. Jeder Mensch der aufgrund der herrschenden Politik Opfer geworden ist, ist zuviel und bleibt unvergessen. Wir sind der Meinung, dass diese Zustände nicht mehr tragbar sind und noch besser gestern, als morgen, hätten beendet werden müssen. Darum fordern wir sichere Grenzen und werden auch weiterhin mit unseren Aktionen unbequem bleiben, bis dass wir den letzten Bürger zum Nachdenken angeregt haben.